Eine exklusive US-amerikanische Recherche betont die tiefe Involvierung der CIA im Ukraine-Krieg. Doch das Hauptproblem, so der Text, sei die unkontrollierbare Ukraine und deren Präsident.

Die CIA weiß alles: Diese Annahme dürfte in den meisten Fällen passender sein als zu glauben, die CIA wisse nichts. Doch einer der wichtigsten Aspekte im Ukraine-Krieg soll sein, wie viel die CIA nicht weiß. Der US-Auslandsgeheimdienst sei sich über Selenski ebenso im Unklaren wie über Putin – das sagt man zumindest selbst.

CIA als Hauptakteur

Als die geheimen US-Militärdokumente aufgetaucht waren – TKP hatte berichtet – war der Umstand, dass der Westen offensichtliche Informationslücken in der Ukraine einer der erstaunlichsten Aspekte. Ein exklusiver Artikel in der einflussreichen US-Wochenzeitung „Newsweek“ aus dem CIA-Umfeld betont das erneut. Und man hat das Gefühl, die CIA wendet sich endgültig von Selenski ab. Denn schon ganz am Anfang wird ein angebliches Faktum präsentiert: Biden habe entschieden, den Krieg nicht weiter eskalieren zu lassen – und erwarte sich im Gegenzug dasselbe von Putin.

Ein „hochrangiger“ CIA-Beamter spricht anonym davon, dass Putin „mit dem Rücken zur Wand stehe“ und der Krieg durch einen heiklen Moment gehe:  “Beide Seiten versprechen, ihre Aktionen einzuschränken, aber es obliegt den Vereinigten Staaten, diese Versprechen durchzusetzen. Dies alles hängt von der Qualität unserer Geheimdienstinformationen ab.“ Es laufe, so ein anderer CIA-Beamter, ein „geheimer Krieg mit geheimen Regeln“ im Hintergrund. Wo der CIA eine Hauptrolle zu komme: „Als primärer Spion, als Verhandlungsführer, als Lieferant von Geheimdienstinformationen, als Logistiker, als Strippenzieher eines Netzwerks sensibler NATO-Beziehungen und, was vielleicht am wichtigsten ist, als die Behörde, die versucht sicherzustellen, dass der Krieg nicht weiter außer Kontrolle gerät.“ In dieser Operation sei die CIA auch erfolgreich, heißt es in der Recherche, für den mit mehr als ein Dutzend Geheimdienstlern gesprochen worden sein soll.

Im Text heißt es:

“Es ist eine schwierige Gratwanderung – die CIA ist im Krieg sehr aktiv, ohne dem zentralen Versprechen der Biden-Administration zu widersprechen, dass es keine amerikanischen Truppen vor Ort gibt”, sagt ein zweiter hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter, dem Anonymität gewährt wurde, um mit Newsweek zu sprechen.

Für die CIA hat ihre wichtige Rolle im Krieg in der Ukraine die Moral gestärkt, nachdem das Verhältnis zwischen dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump und seinen Spionagechefs angespannt war. Der zweite Beamte sagt, dass einige in der Agentur zwar offener über ihre neue Bedeutung sprechen wollen, dies aber wahrscheinlich nicht geschehen wird. “Die CIA macht sich Sorgen, dass zu viel Aufschneiderei über ihre Rolle Putin provozieren könnte”, sagt der Geheimdienstmitarbeiter.

Selenski zähmen

So sei die CIA „nicht“ beteiligt am Anschlag auf Nord Stream, bei den Drohnen auf den Kreml, bei der Tötung russischer Generäle: „Washington hat gegenüber der Selenski-Regierung in aller Stille seinen Unmut über den Nord-Stream-Angriff im vergangenen September zum Ausdruck gebracht, doch auf diesen Sabotageakt folgten weitere Angriffe, darunter der jüngste Drohnenangriff auf den Kreml selbst. Diese Angriffe haben Fragen zu einer der wichtigsten nachrichtendienstlichen Aufgaben der CIA aufgeworfen – genug darüber zu wissen, was die Ukrainer planen, um sie zu beeinflussen und sich an ihr geheimes Abkommen mit Moskau zu halten.“ Zugleich habe Russland die „geheimen Spielregeln“ akzeptiert, und man führe auch keinen „Vernichtungskrieg“. Aber Selenski sieht es anders aus – etwa bei Angriffen auf russisches Territorium oder bei der Krim-Brücke. Das zeige der CIA, dass sich er Präsident entweder nicht an die Spielregeln halte oder keine vollständige Kontrolle über sein Militär habe.

Man zitiert einen „hochrangigen polnischen Beamten. Das Land wir vorher als wichtigster US-Verbündeter gelobt: “Meiner bescheidenen Meinung nach versteht die CIA die Natur des ukrainischen Staates und die rücksichtslosen Fraktionen, die dort existieren, nicht.“

Der ganze Artikel betont mehrmals, dass man daran arbeite, „Russland zu versichern“, nicht weiter eskalieren zu wollen. Die CIA sei die vernünftige, vorsichtige Kraft im Krieg und damit beschäftigt, Selenski zu bändigen.

Das passt zu anderen Signalen, die man in der europäischen transatlantischen Presse – keiner bezweifelt, dass die CIA nicht weiß, was dort gedruckt wird – aktuell lesen kann.

Es sind wichtige Tage, nicht nur, weil es nächste Woche zum NATO-Gipfel kommt. In der „NZZ“, die fanatisch für den Stellvertreterkrieg geworben hat, war vor wenigen Tage zu lesen, dass die Ukraine massive Probleme bei ihrer Offensive habe. Der „ZDF“ brachte am Dienstag ein Interview, wonach das Ziel von Selenski „nicht mehr erreichbar sei“. Dieser sagte erst vor wenigen Stunden allerdings, dass die Ukraine ohne Krim nicht vorstellbar wäre.

Bild President.gov.uaPresident of Ukraine Volodymyr Zelenskyy makes a speech in the National Assembly of the Republic of KoreaCC BY 4.0

6. Juli 2023von 

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